Sehr geehrte Damen und Herren,

als Kommune im Speckgürtel von München genießt Eching viele Vorteile, aber auch manche Nachteile. Zu einem der größten Probleme entwickelte sich dabei in den letzten Jahren der Mangel an Wohnraum. Wie die meisten von Ihnen wissen, hat Eching mittlerweile 4 größere Baugebiete (2xEching, 2xDietersheim) ausgewiesen, um sich gegen diese Entwicklung zu stemmen. Doch leider hält deren Ausbau nicht Schritt mit den Planungen aus dem Rathaus. Zum Teil liegt dies an Schwierigkeiten mit Grundstückseigentümern, aber auch fehlerhafte Ausschreibungen und eine überlastete Bauabteilung trugen zum Verzug bei. Umso erfreulicher ist es, daß nun zumindest im Baugebiet östlich der Böhmerwaldstraße erste Parzellen im Wohnbaumodell vergeben werden konnten. Besonders wenn man auf die Kriterien schaut, nach denen die Grundstücke vergeben wurden. Denn aufgrund der neuen EU-Richtlinien durften keine Nicht-Gemeindebürger mehr von der Vergabe ausgeschlossen werden und auch die Bevorteilung von Einheimischen wurde stark eingeschränkt. Hinzu kamen die Grünen um Leon Eckert, die bei der Vergabe das Bonus-System für Ortsansässige komplett abschaffen wollten. Doch glücklicherweise konnten sich FW und CSU bei der Festlegung der Kriterien durchsetzen, um noch zu einem Mindestmaß einem „Einheimischenmodell“ gerecht zu werden. Und wen man sich ansieht, an wen die Grundstücke vergeben wurden: Mit Erfolg! Auch die Preise für die Grundstücke konnten von uns noch in einem halbwegs erträglichen Rahmen gehalten werden. Denn auch wenn sich im Nachhinein viele damit schmücken wollen, es waren die FW, die sich für einen 30%igen Abschlag auf die Grundstücke stark gemacht haben, als BGM Thaler noch Angst hatte, dieser wäre zu hoch und die CSU die Grundstücke am liebsten zum Marktwert verkauft hätte.

Doch dafür droht an anderer Stelle neuer Ärger an der Böhmerwaldstraße. Denn nach Jahren der Verzögerung ist jetzt der Rathausumbau in vollem Gange. Und dieser war stets an Einnahmen aus dem Baugebiet gekoppelt. Deshalb müssen nun insgesamt 8,7 Mio € bis Ende 2019 aus Grundstücksverkäufen erlöst werden. Dafür werden die Grundstücke aus dem Wohnbaumodell allein nicht reichen. Doch für den Riegelbau im Norden fehlen noch die Konzepte. BGM Thaler hatte hier von der Gemeinde gebaute Wohnungen, Sozialwohnungen, eine Mietpreisbindung und noch andere Ideen vorgebracht. Doch bisher ist davon noch nichts abschließend ausgearbeitet. Und die Uhr tickt. Dabei sehen die FW die meisten Konzepte sehr wohlwollend, besonders wenn Wohnfläche in Gemeindehand verbleibt. Unsere Angst ist nur, daß wir diese nicht umsetzen können, weil am Ende aus wirtschaftlichen Gründen überstürzt die Grundstücke verkauft werden müssen. Die Alternative wäre der erste Nachtragshaushalt seit Jahrzehnten inklusive neuer Schulden. In Zeiten in denen es uns (noch) wirtschaftlich gut geht, eigentlich auch nicht das Mittel der Wahl, besonders da die Entwicklung absehbar war.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph Gürtner (GR/FW)