Sehr geehrte Damen und Herren,

kennen Sie Cluedo? In diesem Brettspiel geht es darum einen Mord aufzuklären. Entsprechend gilt es zu prüfen, ob Oberst von Gatow im Speisesaal zum Messer gegriffen, oder ob Klara Porz im Musikzimmer mit dem Kerzenleuchter zugeschlagen hat. Doch was hat das mit Eching zu tun? Naja, auch bei uns wird im Moment eine Art Cluedo gespielt. Dabei geht es glücklicherweise nicht um Mord, aber ähnlich wie bei dem Brettspiel gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Szenarien: Hat der BGM sein Fahrrad am Echinger See auf einen Audi, den er an der Weiterfahrt hindern wollte, geworfen? Oder wurde unser Gemeindeoberhaupt völlig grundlos niedergeschlagen? Baut die Echinger CSU eine an den Haaren herbeigezogene Schmutzkampagne gegen Sebastian Thaler auf? Oder hat dieser seine Position als BGM ausgenutzt, um an die Wohnungen eines ASZ-Bewohners zu kommen?

Zumindest im See-Szenario scheint nun die erste Runde beendet. Gemäß Zivilverfahren wurde unser BGM zu Schadenersatz verurteilt. Das Strafverfahren gegen seinen Kontrahenten wurde eingestellt. Thalers Reaktion darauf war ja im Echinger Forum nachlesbar. Nichtsdestotrotz standen die FW im bisherigen Prozess zu unserem BGM. Zum einen waren wir nicht dabei und es galt die Unschuldsvermutung. Zum anderen stellten wir uns die Frage, wie soll eine Gemeinde reagieren, wenn in dieser Art und Weise ein Mitarbeiter juristisch angegriffen wird? Bei einem Bauhofmitarbeiter hätte sich sicherlich auch die Kommune schützend vor den eigenen Arbeitnehmer gestellt. Somit war auch schnell klar, daß man Thaler hier nicht im Regen stehen lassen will. Doch mittlerweile haben wir ein recht eindeutiges Urteil, einen wenig einsichtigen BGM und eine mögliche Berufung, die im Raum steht. Thaler hat sich ja bisher noch nicht final geäußert, aber einiges deutet aktuell darauf hin, daß er in Berufung gehen will. An diesem Punkt müssen wir leider dem Rathauschef die weitere Unterstützung verwehren. Wir sehen aktuell nicht, wie ein weiteres „streithanseln“ an dieser Stelle der Gemeinde weiterhilft. Der Streitwert rechtfertigt jedenfalls keine weitere Juristerei. Hier geht es allenfalls noch ums Ego!

Deutlich unklarer sieht es in der 2. Runde Gemeinde-Cluedo aus. Dafür mit einem ranzigen Beigeschmack. Hier hat der Ortvorsitzende der Echinger CSU unserem BGM in einem offenen Brief mehr oder weniger Amtsmissbrauch vorgeworfen! Aber hat er das wirklich? Erstaunlicherweise sind alle Vorwürfe in Fragen verpackt. Ein Zufall oder kann man die getätigten Aussagen einfach nicht belegen? Daher unsere klare Forderung: Wenn diese Behauptungen von der CSU aufgestellt werden, dann sind diese auch umgehend mit Beweisen zu untermauern. Andernfalls bekommt die Sache einen Beigeschmack und man muss davon ausgehen, daß hier dem Amtsinhaber nur geschadet werden soll!

Im Kreis der Familie mag Cluedo ein amüsantes Spiel sein, auf Rathausebene wäre es besser, wenn wir alle Spielereien sofort beenden würden. Schließlich gibt es genug Themen, die unser Handeln erfordern – und zwar in der Realität.

Christoph Gürtner (Fraktionsvorsitzender FW)