Sehr geehrte Damen und Herren,

ein altes Klischee über uns Deutsche besagt: Treffen sich 3 Deutsche, gründen sie zuerst einmal einen Verein.In Wirklichkeit werden dafür zwar 7 Personen benötigt, aber auch das ändert nichts daran, daß Deutschland mit ca. 580.000 Vereinen das Land der Vereinsmeierei ist.

Auch wir in Eching können uns über eine große Bandbreite an ganz verschiedenen Vereinen erfreuen, die unseren Ort bereichern. Doch viele Vereine haben Probleme. Der Verein wird heute oftmals nicht mehr als Gemeinschaft gesehen, sondern als Nutzbringer. Sind die Leute nicht mehr durchgängig aktiv, wird der Verein, ähnlich wie ein Fitnessstudio, gekündigt - das nicht-aktive Mitglied zur Seltenheit. Durch immer anspruchsvollere Arbeitsanforderungen (Reisebereitschaft, ständige Erreichbarkeit) wird es für viele Menschen unmöglich ihre Tätigkeit im Ehrenamt fortzuführen. Doch gerade diese ehrenamtlichen Helfer stellen das Rückgrat für die Vereine dar. Auch die Finanzierung wird zur immer größeren Herausforderung. So sind in der heutigen Zeit einfach viele Dinge nicht mehr in Eigenleistung zu stemmen, da man dafür zertifizierte Spezialisten benötigt und Auflagen immer weiter steigen. Auf der anderen Seite sind besonders größere Firmen gegenüber lokalen Vereinen kaum noch freigiebig. Wo früher eine Sach- oder Geldspende kein Problem war, wird diese heute aus den zentralisierten Konzernbudgets oftmals nur noch genehmigt, wenn ein entsprechend überregionaler Werbeeffekt von den Vereinen gewährleistet werden kann.

Bei dieser Vielzahl an Problemen kann die Gemeinde nur bedingt helfen. Aber wo sie helfen kann, sollte Sie dies tun. Schließlich profitieren wir so immens als Kommune von den Angeboten unserer Vereine, daß wir versuchen sollten, diese zu erhalten. Wir als FW sind hierzu gerne bereit. In diesem Sinne haben wir in der Vergangenheit auch den Antrag zur Erhöhung der Jugendförderung gestellt und werden uns auch weiterhin wohlwollend mit Förderanträgen der Vereine befassen. Hierbei würden wir uns insbesondere von der CSU etwas mehr entgegenkommen und etwas weniger Pfennigfuchserei wünschen. Schließlich wirbt auch diese auf ihrer Homepage groß mit Vereinsförderung.
Jedoch wird in diesem Zusammenhang mit Sicherheit auch noch über eine Anpassung der Kriterien für Zuschüsse an die Vereine zu sprechen sein. Denn eine Gießkannenförderung über alle Vereine ist meist nicht sinnvoll. Umgekehrt sieht man schon bei Fällen der letzten Monate, wie genau sich die Vereine gegenseitig beobachten und gewährte Förderungen sofort auch für den eigenen Verein einfordern. Wie auch immer eine Bezuschussung auch aussehen mag, Ziel sollte aus unserer Sicht immer die Beihilfe und nicht die Vollförderung sein. „Denn was (den Verein) nix kost, is nix wert!“ Und die Gemeinde soll ja schließlich helfen und nicht einfach erstatten.
Die nächsten Sitzungen werden zeigen, ob bei diesem Thema vielleicht das seltene Kunststück gelingt, alle politischen Gruppierungen noch zu „vereinen“.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Gürtner (GR, FW)